Information zur Notwendigkeit von
Brandschutzbeauftragten bzw. Brandschutzhelfern

Zur Erfüllung von sicherheitsrelevanten Aufgaben gibt es eine Vielzahl von rechtlich geforderten Beauftragten. Einige dieser Beauftragten sind für jeden Betrieb vorgeschrieben, viele dieser Beauftragen werden jedoch nur für besondere Unternehmen gesetzlich gefordert. Bei der Bestellung von Brandschutzbeauftragten gibt es neben Empfehlungen für bestimmte Unternehmen auch gesetzliche Vorschriften. Diese Information soll über Empfehlungen und Vorschriften gleichermaßen informieren.
Die Verantwortung des Arbeitgebers hinsichtlich des Schutzes der Beschäftigten und aller anderen Personen, die sich in einem Betrieb aufhalten, ist im wesentlichen in § 3 Abs. 1 des Arbeitsschutzgesetzes bestimmt. Danach liegt die generelle Verantwortung für deren Sicherheit beim Arbeitgeber.
Neben den Richtlinien der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e. V. (vfdb) und den Empfehlungen der Feuerversicherer, gibt es nur wenige gesetzliche Verpflichtungen zur Bestellung von Brandschutzbeauftragten (BSB).

Wie erwähnt, ist jeder Arbeitgeber / Unternehmer für den Schutz seiner Beschäftigten wie auch anderer Personen, die sich in seinem Unternehmen aufhalten, verantwortlich. Er muss alle Sicherheitsaufgaben "im Griff haben", das heißt, sie verantwortungsvoll delegieren und kontrollieren. Daraus resultiert die Verpflichtung, solche Beauftragten in jeder Hinsicht in die Lage zu versetzen, damit sie ihre Aufgaben erfüllen können.
Grundsätzlich müssen mit Sicherheitsfunktionen beauftragte Personen immer persönlich und fachlich geeignet sein. Über Art und Umfang des zur fachlichen Eignung notwendigen Wissens gibt es keine gesetzlichen Vorschriften.
Das Fehlen einer solchen Vorschrift sollte nicht nur als Manko angesehen werden, denn die Qualifikation, die ein BSB mitbringen oder sich aneignen muss, sollte im Einzelfall auch von der Betriebsart und Größe des Unternehmens abhängen. Für die Mehrzahl aller Betriebe wird das richtige Maß der Ausbildung mit dem Besuch eines Lehrgangs getroffen werden, wobei weitere Fortbildungen selbstverständlich sein sollten.
Deshalb können auch verschiedene Organisationen mit unterschiedlicher Lehrgangsdauer und durchaus unterschiedlichen Lehrgangsinhalten Personen "zum BSB ausbilden".
Vielfach wird die Frage gestellt, ob auch Angehörige von Freiwilligen Feuerwehren den Lehrgang besuchen müssen oder sollten? Diese Frage ist eindeutig mit "ja" zu beantworten. Grund dafür ist, dass Mitglieder von Freiwilligen Feuerwehren vorwiegend im abwehrenden Brandschutz ausgebildet werden. Aufgabe eines BSB ist dagegen der vorbeugende Brandschutz, also dafür zu sorgen, dass es erst gar nicht zum Brand kommt.

Bestellung des Brandschutzbeauftragten
Der Begriff "Brandschutzbeauftragter" bezeichnet zunächst lediglich eine Person, die mit Aufgaben des Brandschutzes beauftragt wurde. Diese Beauftragung kann nur aus dem Rechtsverhältnis des Arbeitgebers / Unternehmers und seinem Beschäftigten im Rahmen des Arbeitsvertrages erfolgen.
Dies bedeutet streng genommen, dass es nicht möglich ist, durch den Besuch eines Lehrgangs Brandschutzbeauftragter "zu werden". BSB wird man durch die in Schriftform fixierte Beauftragung durch den Arbeitgeber. Der erfolgreiche Besuch (mit Bestehen der Prüfung) eines qualifizierten Lehrgangs verleiht einer Person die Befähigung, als BSB bestellt werden zu können.
Weiterhin ist unser Lehrgang auch für alle anderen Personen geeignet, die umfassende Kenntnisse im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes erwerben wollen. Die Stellung des BSB im Unternehmen empfehlen wir analog der Fachkraft für Arbeitssicherheit zu gestalten. Dies bedeutet, dass der Brandschutzbeauftragte nicht als Verantwortlicher, sondern als fachlich kompetente Person, kontrollierend und beratend der Unternehmens- oder Betriebsleitung unterstellt ist.
Die Tätigkeit des BSB und die dazu erforderliche Arbeitszeit sowie gegebenenfalls erforderliche Arbeitsmittel ergeben sich aus Art und Umfang der Beauftragung durch den Arbeitgeber. Sofern sich die Bestellung eines BSB aus Verordnungen oder behördlichen Auflagen ergibt, ist als Mindestmaß den darin vorgesehenen Aufgaben nachzukommen. Sowohl diese Pflichten als auch das in unseren Lehrgängen vermittelte Aufgabenspektrum kann nur als Richtschnur dienen.
Im Einzelfall wird der zur Erfüllung der Verpflichtungen notwendige Zeiteinsatz sehr unterschiedlich sein. Dies ist vom Aufgabengebiet, der Art und Größe des Betriebes, einschließlich der Anzahl von Beschäftigten sowie auch von einer Reihe anderer Faktoren abhängig.

Bestellung eines Brandschutzbeauftragten für mehrere Betriebe / Zweigniederlassungen
Es wird öfter die Frage gestellt, ob es auch möglich ist, für mehrere eigene Betriebe bzw. Zweigniederlassungen einen gemeinsamen BSB zu bestellen. Eine solche Beauftragung ist grundsätzlich durch den Arbeitgeber möglich und in vielen Fällen wohl auch sinnvoll. Dies lässt sich damit begründen, dass die präventiven Aufgaben eines BSB zwar stetig aber nicht alltäglich durchgeführt werden müssen. (Sollten z.B. tägliche Kontrollen notwendig sein, so lassen sich diese auch auf andere geeignete Personen, wie z.B. einen Brandschutzhelfer, delegieren.)
Bei einer Bestellung für mehrere Betriebe benötigt der BSB selbstverständlich auch entsprechend mehr Zeit zur Ausübung dieser Tätigkeit. Darüber hinaus wird es gerade in solchen Fällen oft sinnvoll sein, einen Stellvertreter (möglichst mit gleicher Qualifikation) einzusetzen.

Beauftragung eines externen Brandschutzbeauftragten
Hierüber machen weder die Vorschriften noch die Empfehlungen eine eindeutige Aussage. Danach wäre die Beauftragung einer externen Person als BSB zumindest nicht verboten. Da ein BSB in aller Regel gegenüber dem Unternehmer eine beratende Funktion ausüben sollte, kann die beratende Funktion möglicherweise auch von einem geeigneten Dienstleister ausgeführt werden. Damit darf nicht gemeint sein, dass ein ohnehin für das Unternehmen tätiger Dienstleister diesen Aufgabenbereich "so nebenher mit erledigt". Bei zusammengesetzten Dienstleistungen ist ganz besonders darauf zu achten, dass die Aufgaben des Brandschutzes dabei nicht zurückstehen.
Da die Bestellung von BSB in einigen Bereichen gesetzlich oder in bestimmten Fällen behördlich gefordert wird, ist die zuständige Behörde (meistens die Brandschutzdienststelle und/oder die Baugenehmigungsbehörde) vorher zu fragen und um deren Einwilligung zu ersuchen. Bei einer Auftragsvergabe sollte jedoch unbedingt der enge zeitliche und räumliche Bezug zur Ausübung der Aufgaben eines BSB gegeben sein.

Haftung und Verantwortung des Brandschutzbeauftragten
Vielfach haben BSB erhebliche Befürchtungen, sich für hohe Sachschäden oder gar Personenschäden durch Brände verantworten zu müssen, die ihnen möglicherweise zur Last gelegt werden könnten, nach dem Motto: "Das hätten Sie doch sehen müssen!" "Das hätten Sie aber Wissen müssen!" "Dafür waren Sie doch verantwortlich!" "Da haben Sie nicht die nötige Sorgfalt walten lassen!"
Das Thema kann an dieser Stelle nicht umfassend behandelt werden. Wir empfehlen, wie oben schon dargelegt, die Stellung des BSB analog zur Fachkraft für Arbeitssicherheit zu gestalten. Hat also der BSB eine Stellung als rein fachkompetente beratende Person in Brandschutzfragen, so wird er allenfalls bei grober Fahrlässigkeit mit strafrechtlichen und ggf. zivilrechtlichen Folgen zu rechnen haben.

Zertifikat für Brandschutzbeauftragte
Die von uns ausgebildeten Brandschutzbeauftragten erhalten nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung ein HDS-Zertifikat. Solche Zertifikate dienen dem Nachweis einer Qualifikation, sie sind jedoch zur Ausübung der Tätigkeit eines BSB nicht zwingend notwendig.

Anerkennung durch den Feuerversicherer
Industrieelle und gewerbliche Unternehmen sind in aller Regel feuerversichert, was den Sachschaden und oft auch den Betriebsunterbrechungsschaden betrifft. Bei der individuellen Prämiengestaltung werden häufig Einrichtungen und Maßnahmen, die der wirksamen Brandverhütung und Brandbekämpfung dienen, positiv bewertet. Dabei kann der organisatorische Brandschutz - und damit auch der Einsatz und die Tätigkeit eines qualifizierten Brandschutzbeauftragten - eine Bewertung finden.

Unterstützung des Brandschutzbeauftragten durch Brandschutzhelfer bzw. Selbsthilfekräfte
In der Regel hat ein Unternehmen einen BSB und vielleicht noch einen stellvertretenden BSB. Es ist kaum möglich, dass diese ein bis zwei Personen jederzeit und an jeder Stelle für Sofortmaßnahmen im Brandfall einsatzfähig sind. In größeren Betrieben wird der BSB auch nicht sämtliche vorbeugende Brandschutzaufgaben erfüllen können. Deshalb wird im ArbSchG gefordert, dass eine ausreichende Anzahl Brandschutzhelfer / Selbsthilfekräfte benannt werden. Neben dem Einsatz bei der "Ersten Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung" ist es sinnvoll, dass diese Personen auch den BSB bei seinen Aufgaben im präventiven Bereich unterstützen.
Zur praxisnahen Ausbildung, bieten wir einen eintägigen Kompakt-Lehrgang an. Wird der schriftliche Test im Rahmen der Veranstaltung bestanden, so verleihen wir ein HDS-Zertifikat.

Fortbildung / Weiterbildung von Brandschutzbeauftragten
Mit der erstmaligen Ausbildung von BSB durch einen qualifizierten Lehrgang wird dieser Person die notwendige Grundlage zur Ausübung ihrer Aufgaben gegeben. Aber genau so, wie dies in anderen Wissens- und Tätigkeitsbereichen der Fall ist, muss diese Grundlage durch eigenes Arbeiten mit diesem Wissen gefestigt, aktuell gehalten und nach Möglichkeit auch erweitert werden.
Ansonsten würde die zur Tätigkeit des BSB erforderliche Sach- bzw. Fachkunde verloren gehen oder für sein Arbeitsumfeld unzureichend sein. Aus diesem Verständnis heraus besteht für den BSB die Pflicht, sich durch alle ihm zugänglichen Informationsquellen "auf dem Laufenden zu halten" und sich mit den für ihn notwendigen Themen "zu befassen".

Gesetzliche Vorschriften
Wegen des besonderen Schutzbedürfnisses von Personen in Krankenhäusern existiert als Muster für die Bundesländer eine Verordnung über den Bau und Betrieb von Krankenhäusern -Krankenhausbauverordnung (MKhBauVO).
Aufgrund des hohen Publikumsverkehrs in Verkaufsstätten, wird für diese in vielen Bundesländern die Bestellung eines Brandschutzbeauftragten gefordert. Diese Verpflichtung besteht für Verkaufsstätten mit einer Fläche von insgesamt mehr als 2.000 m2.
Nach der Muster-Industriebaurichtlinie (MlndBauRL) sind für Industriebauten und vergleichbare Einrichtungen, die nach diesen Richtlinien geplant und genehmigt werden, BSB zu benennen.
Weiterhin können die Genehmigungsbehörden für "bauliche Anlagen und Räume besonderer Art oder Nutzung" auch in Einzelfällen, die nicht unter die o.g. Verordnungen fallen, die Bestellung von BSB fordern.

Spagat zwischen Deregulierung und Eigenverantwortung
Wie schon dargestellt, gibt es keine umfassende Vorschrift zur Bestellung von BSB, sondern nur solche, die sich auf bestimmte Sonderbauten und/oder Einzelfälle übertragen lassen. Erschwerend für alle Beteiligten kommt noch hinzu, dass diese Situation künftig nicht einfacher werden wird. Der Graben zwischen der einen Seite, nämlich Abschaffung von Handels- und Dienstleistungshemmnissen im Zuge von Europäisierung sowie Deregulierungsbestrebungen, und der anderen Seite, dem oftmals geäußerten Wunsch nach ganz konkreten Vorgaben, wird vermutlich eher größer denn kleiner.
Insofern müssen die gesetzlichen Grundziele, wie sie in den Paragraphen "Allgemeine Anforderungen" und "Brandschutz" der Bauordnungen beschrieben sind, vom Bauherrn bzw. Betreiber, eigenverantwortlich mit Leben erfüllt werden. Hilfestellung dafür können die Normen, Richtlinien, Empfehlungen und Merkblätter von maßgeblichen Institutionen geben.


Für die Bestellung von Brandschutzbeauftragten gelten folgende Kennzahlen:

In Betrieben der Industrie, des Handwerks, der Lagerung und ähnlicher Einrichtungen sollte,
in Anhängigkeit vom Brandrisiko und den durchschnittlich anwesenden Personen,
folgende Tabelle zu Grunde gelegt werden:


Art des Betriebes Brandrisiko
Beurteilung nach den Regeln für die Ausrüstung von Arbeitsstellen mit Feuerlöschern - BGR 133
Bestellung von Brandschutzbeauftragten
gering mittel groß
Industrie, Handwerk, Lagerung und ähnliche Betriebe 250 175 100 ab durchschnittlich im Betrieb anwesenden Personen


In Betrieben der Verwaltung, der Dienstleistung sowie des Handels und Verkaufs sollte,
in Anhängigkeit vom Brandrisiko und den durchschnittlich anwesenden Personen,
folgende Tabelle zu Grunde gelegt werden:


Art des Betriebes Bestellung von Brandschutzbeauftragten
Bürobetriebe, Verwaltungen u.ä., in denen sich vorwiegend ortskundige Personen aufhalten 400 ab durchschnittlich im Betrieb anwesenden Personen
Hotels, Gaststätten, Versammlungsstätten, Geschäfts- und Warenhäuser, schulische Einrichtungen u.ä., in denen sich überwiegend ortsunkundige Personen aufhalten 250
Krankenhäuser, Heime, u.ä., in denen sich hilfsbedürftige und/oder Personen mit eingeschränkter Mobilität aufhalten 100